Dirndl

Endlich darf ich euch mein bisher aufwendigstes Projekt vorstellen, ein Dirndl (ich bin schon ganz aufgeregt)! Ich habe sehr, sehr lange daran gearbeitet, geschätzt um die 20 Stunden, aber es sollte auch perfekt werden. Das Dirndl hat zwar nicht viel mit Tradition gemeinsam (außer vielleicht der Schnitt), aber es sollte auch ein außergewöhnliches Nähprojekt werden.

Nun aber erstmal zum Anfang zurück. Ich war schon lange auf der Suche nach einem ausgefallenen Dirndl mit Stehkragen, habe aber in den bekannten Geschäften immer nur einfarbige gefunden. Ach ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich ein langes Dirndl mit mittigem Reißverschluss wollte. Meine Wünsche waren also schon sehr speziell.

Per Zufall habe ich online bei www.dirndlschnitte.de das „Schneewittchen“ gefunden – einen wunderschönen Dirndlschnitt mit Stehkragen UND mittigem Reißverschluss. Einfach perfekt! So war das Vorhaben, ein eigenes Dirndl zu nähen geboren. Dann ging die Stoffsuche los. Ich habe lange überlegt, welchen Stoff ich dafür nehmen soll. Einfache Baumwolle wollte ich nicht, Jersey geht nicht und mit anderen Materialien kannte ich mich einfach noch nicht wirklich aus. Letztendlich war ich aber sehr mutig und habe bei www.buttinette.de einen edlen Jacquard-Brokat „Julie“ in türkis/silber gekauft. Passend dazu gab es dort auch ein dünnes, silbernes Paspelband. Als der Stoff dann kam, war ich einerseits begeistert (Optik) und andererseits stellte es mir die Haare auf, denn der Stoff war furchtbar rutschig und ist schon beim Hinschauen ausgefranst. Oh je!!

Der Zuschnitt war tatsächlich die größte Herausforderung, der Stoff hat sich in alle Richtungen bewegt. Daher habe ich flächig auf den kompletten Stoff ein feines Bügelvlies angebracht. Das hat zwar aufgrund des Materials nicht gut gehaftet, war aber allemal besser als zuvor. Bevor ich mit dem Annähen des Paspelbandes beginnen konnte, musste ich erst einmal alles komplett versäubern – sonst hätte sich der Stoff vermutlich in Windeseile aufgelöst. Das Paspelband habe ich anschließend mit dem Reißverschlussfuß angenäht, so kommt man schön nah an die Paspel heran. Ich habe dann allerdings noch einen besseren, bisher noch nie verwendeten Nähfuß entdeckt (siehe Foto), der eigentlich für Knöpfe ist. In den Spalt hat die Paspel genau rein gepasst, so dass ich eine tolle Führung und eine ganz gleichmäßige Naht hatte. Ich bin begeistert!!!!

Nachdem das Oberteil fertig war, gings zur ersten Anprobe und ich muss sagen, der Schnitt passt fast perfekt zu mir. Ich musste nur an den Brustabnähern und Seitennähten eine kleine Änderung vornehmen. (Ahhh wie cool, mein erstes eigenes Dirndl nimmt Formen an). Den Rock in gleich große Falten zu legen, war mit der Anleitung auch ganz einfach (auch hier musste ich wieder feststellen, dass man Mathe sogar im Nähalltag braucht). Zum Abschluss habe ich per Hand ein Brokatband (aus Pailletten und Perlen) in „schlangenlinien“ angenäht und die Haken angebracht. Und „schon“ war das Dirndl fertig.

Nun zur Schürze, den Stoff dafür habe ich erst gekauft als das Dirndl schon fertig war. Ich war mir lange nicht sicher was für eine Schürze ich will. Aber ein bisschen Glitzer und „Klimbim“ sollte es schon sein. Also gesucht, gesucht und weiter gesucht,…bis ich schließlich auf die geniale Idee kam, mal nach Tischdecken zu suchen. Und tadaaaaa aus einer Tischdecke habe ich tatsächlich die Schürze zu meinem „Eisprinzessinnen-Dirndl“ genäht.

Fazit:

Wunderschöner Schnitt – der (fast) perfekt zu mir passt, mit toller bebilderter Anleitung. Den Stoff werde ich nie nie wieder vernähen (ich hoffe ich erinnere mich noch ganz lange daran). Da ich noch 2 tolle indische Saris in rot / petrol (6 m lang) habe, werde ich mich ganz bald an ein weiteres Dirndlprojekt – diesmal aus indischen Saris – wagen.